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25 Jahre UL-Flugplatz Morschenich

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Treibstoff / Tanken

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Mit vollem Tank fliegt es sich einfach besser.

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Übernachtung in Platznähe

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Nach einer ruhigen Nacht zum nächsten Flugziel.

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Piloten in einer Zenair

Benachbarte UL-Plätze

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Immer eine Zwischenlandung wert! Unsere benachbarten UL-Flugplätze in der region.

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25 Jahre UL-Flugplatz Morschenich

Eine kurze Geschichte der Zeit
des Ultraleichtfliegens in Morschenich!

Schon seit 1983 hatte Rudi Pick aus Morschenich, unser langjährig amtierender und jetziger stellvertretender Vorsitzender, „hochfliegende“ Pläne, nachdem er 800m vor seinem Wohnzimmer eine „start- und landegeeignete“ Wiese gefunden hatte. Am 14.09.1986 .berredete er sechs weitere potentielle UL-Piloten zur Gründung des UL-Aero-Clubs Morschenich e.V..

Die „sieben Aufrechten“ wollten aufgrund der „Allgemeinverfügung für den Betrieb von bemannten, nichtzulassungspflichtigen Luftfahrzeugen in der ab 08.04.1987 gültigen Fassung“ das Fliegen mit „Gartenst.hlen mit Rasenmhermotor“ lernen!

Allgemeinverfügung hin oder her, der Platz musste jetzt erst mal ordentlich zugelassen werden! Im März 1987 noch wegen der „ungünstigen“ Lage aufgrund einer Intervention des Luftwaffenbundesamtes abgelehnt, kam dann im Mai 1987, also vor inzwischen 25 Jahren, doch eine vorläufige „Erlaubnis“ nach „. 25 des Luftverkehrsgesetzes“ zustande. Diese „Erlaubnis“ musste zunächst jährlich „verlängert“ werden, bis dann endlich im Oktober 1998 unter heftigen Auflagen die noch heute gültige „Genehmigung“ nach § 6 des Luftverkehrsgesetzes zur Anlegung und zum Betrieb eines „Sonderlandeplatzes“ folgte.

Die Schulung begann auf einem sogenannten „Hexenbesen“, dem „Skywalker 1+1“. Wenn man sich den Flieger so ansieht, kann man die Entstehung des „Spitznamens“ leicht nachvollziehen; die Piloten sitzen sozusagen auf einem Besenstiel mit „Pulverfässern“, den mit Treibstoff gefüllten Kunststoffsitzen!

Diashow 25 Jahre UL-Aero Club Morschenich

Leider überstand der ursprüngliche Schulungsflieger, den die Vereinsmitglieder sich mühsam zusammengespart hatten, die Grundausbildung nicht. Ein schwerer Unfall überschattete die Ausbildung, bei dem das Schulungsgerät mit Schüler und Fluglehrer in die Kiesgrube stürzte, die sich damals noch vor der Piste befand.

Obwohl der Schüer erheblich verletzt und das Luftsportgerät vollständig zerstört wurde, gaben die angehenden Piloten nicht auf. Die Ausbildung ging dann später doch zügig voran und gleich mehrere Mitglieder des Vereins erwarben nach der erfolgreich abgelegten Pilotenprüfung eigene Luftsportgeräte, die zusammengeklappt bei den Bauern der Umgebung abgestellt wurden. Die Konstruktionen der Geräte muten heutzutage etwas abenteuerlich an, sie haben aber doch alle ihren Zweck erfüllt und ihre Piloten sicher „um den Pudding“ gebracht, wie die UL-Flieger ihre sommerlichen Rundflüge nennen.

Hier ist eine der „Comco Ikarus C22“ aus den Gründerjahren zu sehen, die lange Jahre im Verein geflogen wurden und ihren Eigentümern viel Freude gemacht haben. Die 2-Takt-Motoren vor den Tragflächen blieben zwar hin und wieder stehen, aber Otto hat sie immer wieder ans Laufen gebracht: „Die schnurre jetz wedde wie e Kätzje“! Dieses Ger€t existiert immer noch, es wird aber nur noch gelegentlich bzw. „versehentlich“ geflogen, wenn z.B. „beim Proberollen plötzlich und unerwartet die Bahn zu Ende“ ist!

Aus heutiger Sicht schon nach kurzer Zeit wurden einige Vereinsmitglieder des ständigen Auf- und Abbaus der Geräte überdrüssig. Ab dem Jahr 1993 bemühten sich einzelne Vereinsmitglieder um eine Alternativlösung, also eine Unterbringungsmöglichkeit für „aufgebaute“ Luftsportgeräte, die nach dem Flugerlebnis nicht mühsam wieder „zerlegt“ werden müssen. 1997 passierte es dann: Die Hälfte der Vereinsmitglieder wanderte nach Vettweiß-Soller aus, wo sie ihre Flieger in der stillgelegten Scheune eines flugsportbegeisterten Ortslandwirts unterbringen konnten.

Die übrigen Mitglieder, die aus den verschiedensten (auch persönlichen) Gründen nicht mit umziehen wollten, standen vor einem Scherbenhaufen. Die laufende Pacht für das Fluggelände war einfach mit dem Beitragsaufkommen der Restmitglieder nicht aufzubringen. Der Verein entschloss sich, die Flucht nach vorn anzutreten. 1998 wurde mit einer Werbeaktion und einem Tag der offenen Tür eine Ausbildungsaktion durchgeführt, bei der gleich neun neue Pilotenanwärter die Ausbildung unter Leitung der Flugschule Mahncke aus Naunheim begannen.

Leider ist es aber mit einer Flugschule so, wie mit einer Fahrschule: nach erfolgreicher Ausbildung ziehen sich die Bewerber ins Privatleben zurück. So ist denn aus der Gruppe von neun neuen Piloten letztlich nur einer heute noch im Verein aktiv. Den hat der Verein dann sanft „überredet“, selbst die Fluglehrerausbildung zu machen und eine vereinsnahe Flugschule zu gründen. Die „UnLimited Flight“ von Klaus-Herbert Schmitz hat dann seit dem Jahr 2000 neben zahlreichen Einweisungen auch 41 „Fußgänger“ (also Fluganfänger) ausgebildet, von denen 28 immer noch Vereinsmitglieder sind.

Der Zulauf flugbegeisterter Flugschüler und neuer Mitglieder hat dann auch im UL-Aero-Club Morschenich dazu geführt, dass man sich den Anforderungen des modernen Ultraleichtfliegens und der modernen Luftsportgeräte nicht länger entziehen konnte. Im Jahr 2003 begann man also mit den ersten Planungen, auf einem angrenzenden Grundstück den Hangar „ULAMO“ zu bauen, der schon Ende 2005 bezogen werden konnte.Die Bauphase des Hangars, dessen Eigentümer ausnahmslos Vereinsmitglieder sind, brachte den Verein dann ganz schön ins Schwitzen!

Die Einweihungsfeier war zwar leicht verregnet, aber der Freude über den Bezug des neuen Hangars tat das keinen Abbruch. Über 30 Luftsportgeräte sind heute im Hangar auf 1.600 qm Stellfläche zu Hause, davon 20 sogenannte 3-Achser, die so heißen, weil sie um „3 Achsen gesteuert“ werden können.

Die Liste der Mitglieder, die im Verein sind oder waren, ist lang und bunt gewürfelt. Über 150 Namen tauchen auf, etwa 70 stehen zurzeit noch auf der Liste der Kassenführerin. Wenn die Mitgliederliste auch bunt gewürfelt und gemischt ist, alle haben doch ein gemeinsames Ziel: Ultraleichtes Fliegen:

Das Verständnis der Vereine im Ort unter- und füreinander war traditionell immer sehr gut. Leider ist der Kontakt in den letzten Jahren etwas abgerissen. Die Voraussetzungen für eine harmonische Kontaktpflege und Geselligkeit sind aber auch denkbar ungünstig.

Die Mitglieder des UL-Aero-Clubs Morschenich e.V. kommen aus ganz NRW, der Schriftführer wohnt sogar auf der Ostseeinsel Fehmarn. Nur noch ein einziges Vereinsmitglied wohnt im Ort Morschenich selbst. Einzelne Mitglieder müssen Anfahrstrecken von über 100 km zurücklegen. Die Pflege und Erhaltung der gesamten Flugplatzanlage wird von den Mitgliedern in ehrenamtlicher Eigenleistung erbracht und da ist es nachzuvollziehen, dass die meisten Mitglieder zu Aktivitäten außerhalb des Vereins kaum zu motivieren sind. Schade!

Die Akzeptanz des Vereins im Ort Morschenich war trotz der Nähe der Piste zum Ort immer sehr gut, wenn auch die bohrenden Fragen und die Unruhe, die die bevorstehende Umsiedlung des Ortes und des Flugplatzes mit sich bringen, die Nerven aller Beteiligten inzwischen etwas blank liegen lassen. So weiß denn der Verein auch noch nicht, wohin die Reise gehen soll. Eine Umsiedlung nach „Neu-Morschenich“ scheidet aus, weil der neue Standort des Ortes innerhalb der Kontrollzone des Militär-Flugplatzes Nörvenich liegt.

Ein anderer Standort innerhalb des Kreisgebietes Düren wurde von RWE zwar inzwischen vorgeschlagen, aber die Hindernisse scheinen sehr hoch; vielleicht höher, als selbst die besten Ultraleichten fliegen können.So scheint denn die Zukunft des UL-Aero-Clubs Morschenich e.V. und seiner Mitglieder
zumindest ungewiss . . .